
Wie baut man selbst einen Wurmkomposter?
Im Handel gibt es zahlreiche Wurmkomposter-Modelle, doch Sie können auch ganz einfach selbst einen bauen – kostengünstig, mit ein paar Kunststoffkisten und etwas handwerklichem Geschick. So gehen Sie Schritt für Schritt vor.
Das benötigte Material
Grundlage des Projekts sind stapelbare oder ineinander passende Kisten – aus Kunststoff, Holz oder Styropor –, die Sie problemlos im Baumarkt finden. Sie benötigen mindestens vier: zwei Kisten als Kompostierebenen, eine Kiste zum Auffangen des Komposttees und eine weitere, um das Ganze zu erhöhen. Denken Sie außerdem an einen Deckel, um die Oberseite zu verschließen.
Was die Maße betrifft, eignen sich Kisten von etwa 28 x 22 cm bei 16 cm Tiefe für einen Haushalt mit 2 bis 3 Personen – derselbe Richtwert wie bei einem Modell aus dem Handel, wie wir in unserem Beitrag Der Etagen-Wurmkomposter erklären. Bei größeren Abfallmengen erhöhen Sie die Anzahl der Kisten oder wählen eine größere Fläche, wobei jede Kiste höchstens 20 cm tief sein sollte. Achten Sie außerdem darauf, dass der Abstand zwischen den gestapelten Kisten gering bleibt, damit möglichst wenige Fruchtfliegen eindringen.
Die Bauschritte
Schritt 1 – Durchgangslöcher bohren. Zeichnen Sie auf der Unterseite der beiden Kompostierkisten Linien im Abstand von 1,5 bis 2 cm. Die Kreuzungspunkte dienen als Markierungen, um Löcher mit 5 mm Durchmesser zu bohren: Durch sie können die Würmer von einer Kiste zur anderen wandern, genau wie bei einem Etagenmodell aus dem Handel.
Schritt 2 – Belüftungslöcher bohren. Bohren Sie kleine Löcher von etwa 1 mm in die Ränder der Kompostierkisten und in den Deckel. Sie lassen Luft im Inneren des Wurmkomposters zirkulieren und sind dabei klein genug, um Fruchtfliegen am Eindringen zu hindern.
Schritt 3 – Offene Griffe verschließen. Haben die gewählten Kisten durchbrochene Griffe, müssen diese verschlossen werden – mit einem nicht biologisch abbaubaren Textil und Draht, einem Stück Aluminiumwinkel oder einem anderen Material, das zu Ihrem Kistenmodell passt. Achten Sie lediglich darauf, dass sich die Kisten weiterhin richtig ineinanderstecken lassen.
Schritt 4 – Auffanghahn einbauen. Bohren Sie ein Loch in die Kiste, die zum Auffangen des Komposttees dient, und bauen Sie dort einen Hahn ein – erhältlich im Gartencenter, im Baumarkt oder hier bei uns ;) –, um den Abfluss der Flüssigkeit in ein darunter stehendes Gefäß zu regulieren. Denken Sie an eine Gummidichtung, damit nichts ausläuft.
Schritt 5 – Unterbau-Kiste vorbereiten. Schneiden Sie die Kiste, die das Ganze erhöhen soll, so zu, dass Sie das Gefäß zum Auffangen des Komposttees bequem hineinschieben können. Schneiden Sie den Kunststoff nicht bis ganz nach unten auf: So bleibt eine eventuelle Undichtigkeit in der Kiste, statt auf den Boden zu laufen.
Zum MerkenSind diese fünf Schritte erledigt, ist Ihr selbst gebauter Wurmkomposter einsatzbereit: Jetzt müssen Sie nur noch die Einstreu und Ihre ersten Würmer einsetzen.
Eine Holzvariante, genauso wirkungsvoll
Holz ist eine sehr gute Alternative zu Kunststoff für den Bau eines Wurmkomposters. Es atmet besser und nimmt auf natürliche Weise einen Teil der Feuchtigkeit auf, was die tägliche Regulierung der Feuchtigkeit erleichtert. Dafür zersetzt es sich schneller als eine Kunststoffkiste – rechnen Sie bei einer Kiste aus unbehandeltem Holz mit zwei bis drei Jahren Dauernutzung, länger, wenn Sie sie zwischen zwei Einstreu-Befüllungen einige Tage trocknen lassen oder die Kanten mit einer wasserdichten, ungiftigen Oberflächenbehandlung (zum Beispiel Polyurethanlack) versehen. Verzichten Sie hingegen auf druckimprägniertes Holz: Die darin enthaltenen Holzschutzmittel (auf Kupfer-, Chrom- oder Arsenbasis) sind giftig für die Würmer wie für die Umwelt.
Eine einfache Kiste aus Brettern oder Außensperrholz genügt: Bohren Sie an den Seiten zwei Reihen Löcher von etwa 25 mm, eine nahe am Boden (5 bis 8 cm über der Unterkante) und eine im oberen Bereich, damit warme Luft entweichen kann. Sie können ein feines Gitter über diese Löcher tackern, damit keine Abfälle herausfallen. Für zwei Personen reicht eine Grundfläche von etwa 60 x 60 cm bei 20 cm Höhe; für einen größeren Haushalt eignet sich eine großzügigere Kiste von rund 30 x 60 x 90 cm besser. Rechnen Sie mit 30 bis 45 € für das Material, Schrauben inklusive.
Und dann?
Ein selbst gebauter Wurmkomposter funktioniert genau wie ein Modell aus dem Handel: dasselbe Prinzip der Wanderung der Würmer zwischen den Kisten, dieselbe Entnahme des Komposttees über den Hahn. Wie es weitergeht, erfahren Sie in unseren Beiträgen Welche Würmer eignen sich für Ihren Wurmkomposter? und So starten Sie Ihren Wurmkomposter.
Selbst bauen oder kaufen – was ist besser?
Wer seinen Wurmkomposter selbst baut, senkt die Anschaffungskosten und kann Kisten wiederverwenden, die bereits im Haus sind. Dafür braucht es etwas Zeit, handwerkliches Geschick und besondere Sorgfalt bei der Dichtheit und der Größe der Löcher – zwei Punkte, die bei einem Modell aus dem Handel bereits abgestimmt und getestet sind. Wenn Sie eine einsatzbereite Lösung bevorzugen, finden Sie hier alle unsere Wurmkomposter
Wussten Sie schon?Seinen Wurmkomposter selbst zu bauen ist keineswegs Pflicht: Es ist eine günstige und lohnende Option für alle, die gern basteln, doch ein Modell aus dem Handel ist genauso wirkungsvoll und spart Ihnen Zeit.




























